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"Berliner Morgenpost" vom 7. Februar 2006 Artikel schliessen

Zwei freche Gören im Sand: Ludwig/Goller wollen nach China

Gut vier Meter lang und einen Meter hoch war das Transparent, das beim Beach-Nations-Cup im Sportforum Hohenschönhausen an einer Seitenwand über der Zuschauertribüne hing. "Freche Gören" steht groß darauf. Umrahmt wird der Schriftzug mit Bildern von den Siegerinnen Laura Ludwig und Sara Goller. "Das ist von unserem Fanklub", sagt Laura Ludwig. Ein gewisser Stolz ist nicht zu überhören, schließlich haben sich in dem wohl einzigen Fanklub eines deutschen Beachvolleyball-Nationalteams nicht etwa Verwandte und Freunde zusammengeschlossen, sondern eine Truppe aus Sachsen, die beide Spielerinnen erst bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr kennenlernten.

Wenn man aber Laura Ludwig und Sara Goller beobachtet, ...

... versteht man, warum die Fans Gefallen an ihnen gefunden haben. Sie sind hübsch, jung, sexy und damit durchaus mit einem großen Vermarktungspotential ausgestattet. Und beide - sowohl die Köpenickerin Laura Ludwig mit ihrem kurzen strubbeligen Blondschopf als auch die gebürtige Starnbergerin Sara Goller mit ihrem dunkelblonden Pferdeschwanz - kommen daher wie kesse Gören.

Darüber hinaus ist das Duo, das im November medienwirksam zu Hertha BSC wechselte, aber eigentlich in Kiel trainiert und lebt, auch sportlich erfolgreich. Erst Ende Januar kehrten Goller/Ludwig aus Neuseeland zurück, wo sie als erstes Team überhaupt das Kunststück schafften, bei der nationalen Tour alle fünf Turniere für sich zu entscheiden. Am Matarangi Beach, in Wellington, am Ohope Beach, am Strand von Mount Maunganui und bei den New Zealand Open in Auckland verloren sie nur einen Satz gegen die Amerikanerinnen Courtney Guerra und Tracy Lindquist. "Wenn wir ehrlich sind", sagt Sara Goller, "haben wir am Schluß vor allem gegen uns selbst gespielt".

Am liebsten würden die zwei ihren Siegeszug fortsetzen. Das aber ist schwer, denn in diesem Jahr wartet ein Pensum, das vor Beginn der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking vor allem auf Starts bei internationalen Turnieren ausgerichtet ist. Vom ersten Wettkampf Anfang April in Dubai bis zum letzten Anfang November in Phuket (Thailand) stehen für die Herthanerinnen 17 World-Tour-Turniere auf dem Programm. "Die Weltserie ist für uns in diesem Jahr das Wichtigste", sagt Sara Goller. "Wir wollen uns an den anstrengenden Rhythmus mit vielen Turnieren und Reisen gewöhnen und in der Weltrangliste weiter nach vorne kommen."

Die Plazierung in der Weltrangliste wiederum ist entscheidend, wenn der Deutsche Volleyballverband (DVV) nach dieser Saison die Anzahl der Nationalteams auf nur noch drei reduziert. Derzeit werden mit Stephanie Pohl/Okka Rau, Rieke Brink-Abeler/Hella Jurich, Susanne Lahme/Geeske Banck, Helke Claasen/Antje Röder, Anja Günther/Jana Köhler und eben Goller/Ludwig noch sechs Duos vom DVV unterstützt. "Das wollen wir unbedingt schaffen", sagt Laura und Sara ergänzt: "Unser großes Ziel ist Peking 2008."

Und so wird die Teilnahme in Berlin in diesem Jahr voraussichtlich einer von wenigen Auftritten in Deutschland sein. Angedacht sind bisher nur Starts bei den geplanten Supercups in Hamburg und München sowie beim Turnier der europäischen Serie in Hamburg. Die Anhänger vom Fanklub werden das traurig vernehmen - können sie ihr Transparent für die "Frechen Gören" doch dann nur selten entrollen.

 (Von Conny Kurth)

© Berliner Morgenpost 2006


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